Mittwoch, 22. Februar 2012

Senior-Azubis kriegen's besser gebacken

Mit über 50 noch mal die Schulbank drücken? Was für viele Menschen wie erscheint, ist für manche eine echte zweite Chance im Berufsleben. Und der Ausbildungsbetrieb profitiert bei "Senior Azubis" von der hohen Motivation der Lehrlinge.

Quelle: der-lecker-baecker.de

Lehre statt Rente: Eine Bäckerei in Baden-Württemberg reagiert kreativ auf den Fachkräftemangel. Die Firma bildet Menschen aus, die auf dem Arbeitsmarkt sonst schlechte Chancen haben - Migranten und über 50-Jährige. Die Erfolgsquote ist deutlich höher als bei Jung-Azubis.

Violeta Deva hat ein großes Ziel: ein Abschluss als Bäckerei-Fachverkäuferin, als eine von 53 Senior-Azubis bei K+U, einer Großbäckerei im Südwesten Deutschlands.

Mit ihren 35 Jahren gehört Deva zu den Jüngeren in ihrer Klasse. Die älteste Azubi ist schon 53. Seit Oktober ist die gebürtige Kosovarin nun dabei und gehört zum zweiten Senior-Azubi-Jahrgang. Das Konzept ist bundesweit einmalig: Menschen, die normalerweise bestenfalls als Billigkräfte gefragt wären, bekommen die Chance auf einen Ausbildungsplatz - Hausfrauen, Migranten, über 50-Jährige. Bei der Großbäckerei werden sie in zwei Jahren zum Fachverkäufer ausgebildet.

Die ungewöhnliche Idee entstand aus der Not heraus. "Das ist unsere Reaktion auf den Fachkräftemangel", sagt Corinna Krefft-Ebner, Ausbildungsleiterin bei K+U in Emmendingen bei Freiburg. "Wir haben immer größere Probleme, was den Nachwuchs angeht. Eigentlich brauchen wir 150 Lehrlinge pro Jahr, wir finden aber nur 100."

Bei der Bäckerkette, die zum Edeka-Konzern gehört und 5000 Beschäftigte hat, kommen zwei Probleme zusammen: Zum einen herrscht im Südwesten der Republik eine sehr niedrige Arbeitslosigkeit - entsprechend schwer finden die Firmen Arbeitskräfte. Und zum anderen hat K+U keine Traumjobs zu bieten. Wer will das schon? Um vier Uhr aufstehen und das bei keineswegs berauschender Bezahlung? Bei 16- oder 18-jährigen Schulabgängern hält sich die Begeisterung in Grenzen. [...]

Die Führung von K+U setzt vor allem auf ungelernte Verkäufer, die bereits im Betrieb sind. Um möglichst viele von der Idee zu überzeugen, ködert der Betrieb sie mit einem attraktiven Angebot: Ein Senior-Azubi bei K+U bekommt den gleichen Lohn wie ein ungelernter Verkäufer. 1500 Euro brutto im Monat, immerhin fast dreimal so viel wie ein normales Azubi-Gehalt im ersten Lehrjahr. Mit abgeschlossener Lehre steigt das Gehalt dann um rund 300 Euro. [...]

Violetas Aufnahme in die Senior-Ausbildung scheiterte allerdings zunächst an der Arbeitsagentur. Die Behörde übernimmt 50 Prozent des Lohns, stellt dafür aber auch Bedingungen: Unter anderem müssen die Azubis gut Deutsch sprechen und einen Eignungstest bestehen.

Deva fiel im ersten Anlauf in beiden Punkten durch. Ein Jahr später bewilligte die Arbeitsagentur in Freiburg den Zuschuss nur unter Auflagen: K+U muss der Kosovarin Deutsch-Nachhilfe zahlen, zwei Stunden pro Woche.

Das Geld ist gut investiert: Von den Senior-Azubis haben bislang nur zwei ihre Lehre abgebrochen, eine Quote von vier Prozent. Bei den jungen Lehrlingen ist die Abbrecherquote dreimal so hoch. Auch sonst ist Ausbildungschefin Krefft-Ebner mit ihren "Senioren" hochzufrieden: "Ihnen muss man nicht erst beibringen, dass sie 'Guten Tag' sagen, wenn ein Kunde den Laden betritt."

Umso überraschender, dass das Pilotprojekt bislang keine Nachahmer gefunden hat. Zwar gibt es immer großes Interesse, wenn Krefft-Ebner bei Seminaren über ihre Senior-Azubis spricht. Doch etwas Ähnliches starten? Das traut sich bislang kein weiteres Unternehmen.

Krefft-Ebner kann das sogar verstehen. "Der Aufwand ist enorm", sagt sie. Es sei ein "riesiger bürokratischer Akt" gewesen, die Idee zu realisieren. Für die Ausbildung musste ein komplett neuer Lehrplan entworfen werden, denn statt drei Jahren dauert sie bei den Senioren nur 24 Monate.

Für Violeta Deva hat sich der Aufwand allemal gelohnt. An ihrem ersten Schultag überraschte ihr Chef sie mit einer Schultüte. Violeta hatte ihm erzählt, dass sie damals bei ihrer Einschulung keine bekommen hatte. Deva strahlt, wenn sie sich daran erinnert: "Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind."

Quelle: spiegel.de

Ich finde: Das ist eine sehr kreative (und auch mutige!) Idee dieses Arbeitgebers. Von solchen Initiativen brauchen wir auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch mehr!

Viele Grüße
Eure

Mittwoch, 15. Februar 2012

eMails, die wirklich gelesen werden

Habt Ihr Euch auch schon oft über irrelevante und unerwünschte Werbung per eMail geärgert? Im Grund ist es ja nicht schlecht, von interessanten Firmen wichtige neue Informationen zu bekommen. Aber oft ist das alles schrecklich unübersichtlich und scheinbar wahllos.

Für Bildungsanbieter, die gezielter kommunizieren wollen, gibt's jetzt eine tolle Möglichkeit von MATERNA TMT - das eMail-Marketing-Tool KAiROS.


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Viele Grüße
Eure

Montag, 13. Februar 2012

Das Ende der Kreidezeit

Als ich noch zur Schule ging, da gab es in jedem Klassenzimmer noch diese großen, rechteckigen, dunkelgrünen "Bretter" an der Wand. Den jüngeren Lesern sei gesagt, dass diese Bretter "Tafel" genannt und mit weißer Kreide beschriftet wurden. Das ist natürlich schon lange Vergangenheit. Denn die neue Schulwirklichkeit ist natürlich digital.

Quelle: materna-tmt.de

Immer mehr deutsche Klassenzimmer verwandeln sich: Smartboards, Tablets und digitale Schulbücher erobern Schulbänke und Lehrerpulte. Doch wie setzt man die neue Technik sinnvoll ein und wem nützt sie?

Wenn André Spang unterrichtet, bleibt die Tafel oft leer, die Kreide unbenutzt. Der 45-Jährige lehrt am Kölner Kaiserin-Augusta-Gymnasium Religion und Musik. Dicke Wälzer und staubige Karten fehlen hier allerdings. Spang setzt in seinem Unterricht auf Tablet-PCs. Seit einem Jahr sind an seiner Schule 30 iPads im Einsatz.

Damit liegt die Schule voll im Trend. Nicht nur die Tablets mit ihren berührungsempflindlichen Bildschirmen und den verschiedenen Applikationen drängen auf den Schulmarkt. Intelligente Tafeln, die man mit Spezialstiften oder Händen beschreibt, und auf denen man Filme gucken und sich durchs Internet klicken kann, sind im Vormarsch. Auch digitale Bücher, die bequem auf dem eigenen PC oder Tablet durchgeblättert werden können, suchen sich ihren Weg zu neugierigen Schülern : multimedial und immer schnell aktualisiert.

Die Klasse von André Spang haben sich mittlerweile daran gewöhnt, wenn ihr Lehrer die wuchtigen schwarzen Koffer in den Klassenraum rollt und die iPads austeilen lässt. In seinem Unterricht erarbeiten sie Faltblätter, Plakate, Präsentationen und schreiben ein eigenes "Wiki", ein Online-Nachschlagewerk. "Es ist ein Online-Heft, in das nur Schüler und Lehrer unserer Schule schreiben können. 90 Prozent des Inhalts wurde aber von den Schülern erstellt. Sie bilden darin das ab, was sie machen", erklärt Lehrer Spang. Dass seine Schule gerade iPads für solche Arbeiten benutzt, ist eher praktischen Umständen geschuldet: Der Raum mit den Computern war ständig überbelegt, Laptops wären schlicht zu schwer durch die Schule zu transportieren gewesen. Spang nutzt regelmäßig Apps im Unterricht, lässt Schüler auf den digitalen Klavier-Tasten des Tablet-Screens Musik komponieren oder ihre Präsentationen mit dem Aufnahmeprogramm aufzeichnen.

[...] So multimedial versiert wie beispielsweise Korea ist Deutschland jedoch noch lange nicht. Korea will bis 2015 all seine Unterrichtsmaterialien digitalisieren - von der Grundschule bis zur Oberstufe.

Der Verein "Schulen ans Netz" sieht noch große Defizite in der technischen Ausstattung deutscher Klassenräume. "Die Schüler sind immer mehr von digitalen Medien geprägt, die Schule darf da nicht hinten anstehen, sondern muss mitmachen", meint die Geschäftsführerin des Bonner Vereins, Maria Borsch. Sie fordert auch eine bessere Fortbildung von Lehrern. Denn längst nicht jeder könne die neuen Medien pädagogisch sinnvoll im Unterricht einsetzen.

Kritiker fürchten, dass mit dem Einzug der digitalen Medien der Verfall der Schrift kommt. Online-Karteikarten statt handschriftlicher Aufzeichnungen, Blogeinträge statt Diskussionen in der Klasse – das Verlernen des Lernens, das Ende der schulischen Kommunikation? [...]

Quelle: dw.de

Das ist zwar eine spannende Entwicklung, aber auch irgendwie schade. Denn womit sollen sich zukünftige Schülergenerationen diese grandiosen Schlachten liefern, wenn sie keine Kreidestummel mehr als Wurfgeschosse vorfinden? Mit iPads ist das jedenfalls nicht zu empfehlen!
Habt  Ihr auch schon Erfahrung mit der neuen Technologie im Bereich Weiterbildung gemacht? Fänd' ich interessant...

Viele Grüße
Eure

Freitag, 10. Februar 2012

Falscher Flughafendirektor enttarnt

O Mann, die besten Geschichten schreibt einfach nicht Hollywood, sondern immer noch das Leben! Dieser Typ hier hat's echt drauf...

© DreamWorks SKG


Luftfahrtingenieur mit gefälschtem Diplom: Ein notorischer Betrüger hat sich in Frankreich als Flughafendirektor anstellen lassen - mit falschen Papieren. Der Mann wurde durch einen Zufall entlarvt.

Der Hollywood-Film "Catch me if you can" lässt grüßen: Einem notorischen Betrüger ist es in Frankreich gelungen, sich mit gefälschten Papieren als Flughafendirektor anstellen zu lassen. Mit einem falschen Diplom als Luftfahrtingenieur und einem gefälschten Lebenslauf habe sich der Mann beim internationalen Flughafen von Limoges in Zentralfrankreich beworben, räumte der Flughafenbetreiber ein.

Dem falschen Flughafendirektor, der seit November angestellt war, wurde am Dienstag fristlos gekündigt. "Niemand hatte auch nur den Hauch eines Verdachts", sagte Jean-Pierre Limousin, der Chef der Industrie- und Handelskammer, die für den Betrieb des Flughafens zuständig ist. "Er hat den Leuten etwas vorgemacht."

Limousin sprach von einer "ausgemachten Täuschung, wie man sie aus Romanen oder aus dem Kino kennt". Ein Verdacht kam erst am Montag durch eine Untersuchung auf, wobei Limousin keine Einzelheiten dazu nannte. Der Betrüger war bereits mehrfach verurteilt worden. So hatte er sich 1995 als Polizist ausgegeben, 1996 hatte er Militärpapiere gefälscht.

In der Presse hatte es nach seiner Anstellung als Flughafendirektor geheißen, er habe sich auch als früherer Jagdbomber-Pilot ausgegeben, der an fast allen Kriegen, vom Golfkrieg über Ex-Jugoslawien bis hin zum Libanon, teilgenommen habe.

Quelle: sueddeutsche.de

Der Mann war ein Vierteljahr lang bei dem Flughafen beschäftigt, ohne dass jemand Verdacht geschöpft hat. Er scheint also einen recht guten Job gemacht zu haben. Warum um alles in der Welt wurde er dann gefeuert? Ist Engagement und gute Arbeit nicht viel wichtiger, als eine formale Qualifikation als Luftfahrtingenieur?

Ein schönes Wochenenede wünscht Euch Eure

Dienstag, 31. Januar 2012

Ungesunde Zeiten

Keine Frage: Wer Arbeit hat, kann froh darüber sein. Doch auch wenn Arbeit an sich eine gute Sache ist, macht zu viel davon doch krank. Das jedenfalls haben jetzt britische Wissenschaftler in einer Langzeitstudie herausgefunden.


Langfristig mehrere Überstunden am Tag erhöhen das Risiko für eine schwere Depression. Dies ergab eine Langzeitstudie mit mehr als 2.000 Angestellten britischer Behörden. Bei Menschen mit drei bis vier Überstunden täglich war demnach die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression deutlich höher als bei Angestellten ohne Mehrarbeit. Die Forscher um Marianna Virtanen vom University College London und dem Finnischen Institut für Arbeitsmedizin in Helsinki berichten im Fachjournal Plos One über die Ergebnisse.

In die Studie flossen Daten von 1.626 Männern und 497 Frauen ein, im Mittel waren sie 47 Jahre alt. Sie wurden zwischen 3,8 und 7,2 Jahre begleitet. Elf Prozent von ihnen arbeiteten im Schnitt elf Stunden und mehr am Tag. Bei einer ersten Untersuchung wurde ausgeschlossen, dass die Angestellten bereits psychische Beschwerden hatten.

Insgesamt entwickelten 3,1 Prozent der Befragten eine schwere Depression. Bei denen mit 11 bis 12 Stunden langen Arbeitstagen waren deutlich mehr Personen betroffen. Der Einfluss anderer Faktoren wurde in der Studie herausgerechnet. Demnach war die Wahrscheinlichkeit für eine schwere Depression bei den Vielarbeitern doppelt so hoch wie bei Angestellten ohne Überstunden.

Die Autoren schränken ein, dass sie keine "plausiblen Erklärungen" für das vermehrte Auftreten von Depressionen bei Überstunden aus den Ergebnissen ziehen können. Aus anderen Studien gebe es aber Hinweise, dass viel Zeit im Job zu Familienkonflikten, weniger Entspannung zwischen den Arbeitstagen und mehr Stresshormonen im Blut führen könne.

Die Daten der Studie stammen aus der Whitehall-II-Studie, die 1985 in London begann und mehr als 10.000 Angestellte von britischen Behörden einbezieht. Generell gelten diese Studienteilnehmer als gesünder als der Durchschnitt der Bevölkerung. Die Rate schwerer Depressionen etwa liege mit 3,1 Prozent niedriger als in anderen Studien aus der Normalbevölkerung, die auf Werte von etwa 5 Prozent kämen, erläutern die Forscher.

Quelle: zeit.de


Ich hab's schon immer gewusst - regelmäßige 11-Stunden-Tage können einfach nicht gut sein. Ich bin der Meinung, wer acht Stunden gearbeitet hat, der hat danach auch Anspruch auf Feierabend.
Wie sieht das bei Euch aus? Müsst Ihr viele Überstunden "kloppen"?

Viele Grüße
Eure

Donnerstag, 26. Januar 2012

Zur Weiterbildung einmal um die halbe Welt gereist

Manchmal lohnt es sich für eine Weiterbildung auch mal einen weiten Weg zurückzulegen: Im Fall von Brian Sanders und Erwin Schweitzer sogar über 14.000 Kilometer:




Brian Sanders und Erwin Schweitzer sind aus Australien gekommen, um das Alu-Schweißen mit Gleichstrom zu lernen

So kann es gehen, wenn man etwas lernen will, das nur an einem Ort auf der Welt gelehrt wird. Der Leiter der Firma „Perfect Welding“ – zu deutsch „Perfektes Schweißen“ und der frühere KFZ-Mechaniker und Berater Erwin Schweitzer sind dafür extra aus Melbourne nach Friedrichshafen gekommen. Sie möchten das patentierte Verfahren für das Schweißen von Aluminium mit Gleichstrom kennen lernen. Der Kontakt mit Deutschland ist über den früheren Nachbarn des Verfahrens-Erfinders Hugo Gehring zustande gekommen. Der Nachbar, Roland Müller, hat unter anderem ein Unternehmen für U-Boote, die in Australien gefertigt werden. Als Gehring mit seinem Nachbarn über die Alu-Schweißmethode fachsimpelt, wird Müller schnell klar, dass dies eine nützliche Sache in Australien wäre und er berichtet Brian Schweitzer davon. Denn Gehrings Gleichstrom-Verfahren bietet den Vorteil, kaputte Aluteile ohne Qualitätsverlust reparieren zu können. Beim konventionellen Arbeiten mit Wechselstrom müssen die Aluminiumteile vorher erhitzt werden, was beim Gleichstrom wegfällt. Dadurch wird das Material nicht verzogen und es entstehen keine Risse. „Vielen ist die Methode unbekannt. Andere glauben einfach nicht daran, obwohl sie es schon seit mehr als 20 Jahren gibt“, sagt Hugo Gehring. „Als wir von diesem Verfahren letzten Oktober hörten, konnten wir es nicht glauben“, sagt Erwin Schweitzer. Von Trainer Manfred Vogel lernen Sanders und Schweitzer in der Bildungsakademie Friedrichshafen, wie es funktioniert. „Sie machen sich gut“, lobt Vogel. Und das, obwohl das Verfahren etwas knifflig ist. Durch das „Kalt-Schweißen“ muss nämlich sehr zügig gearbeitet werden. Montag in einer Woche werden die Australier wieder heimkehren und dort berichten, was sie gelernt haben. Dann soll das Verfahren dort nach und nach etabliert werden.
Quelle: suedkurier.de

Ein ganz schön weiter Weg, aber er hat sich bestimmt gelohnt. Musstest ihr für eine Weiterbildung schon mal weit fahren? Erzählt mir von euren Reisen in den Kommentaren, bei Twitter oder auf Facebook.


Eure

Dienstag, 24. Januar 2012

Die richtige Weiterbildung...

"Muss ich mich wirklich weiterbilden?" - Diese Frage kann man definitiv mit "Ja" beantworten. Wenn es aber darum geht, wie man das Thema Weiterbildung weiter in Angriff nimmt, sind die Antworten oft nicht mehr so einfach. Ich habe für euch in Interview gefunden, dass einige hilfreiche und interessante Tipps enthält.
Arbeitnehmer müssen sich weiterbilden, doch einen Rechtsanspruch haben sie nicht darauf. Wie man die passende Weiterbildung findet und seine Pläne dem Chef verkauft, erklärt Coach Veronika Frank im heute.de-Interview.


heute.de: Wer im Berufsleben vorankommen will, muss sich weiterbilden. Wie findet man denn heraus, was für einen selbst geeignet ist?
 
Veronika Frank: Fragen Sie sich, was Ihr Ziel ist und welche Kompetenzen Sie benötigen, um dieses Ziel zu erreichen.
 
heute.de: Also nicht erst schauen, was es auf dem Weiterbildungsmarkt überhaupt gibt, sondern erst einmal fragen, was ich eigentlich will?
 
Frank: Genau. Überlegen Sie sich, wo Sie in fünf, zehn Jahren sein möchten. Wollen Sie beispielsweise mehr Geld verdienen oder eine andere Funktion im Unternehmen übernehmen? Dann analysieren Sie, welche Kompetenzen Sie bereits haben. Bitten Sie einen Freund oder einen vertrauten Kollegen, seine Einschätzung über Ihre Stärken abzugeben. Dann überlegen Sie, welche Kompetenzen Ihnen noch fehlen, um Ihr Ziel zu erreichen. In einem letzten Schritt fragen Sie sich, was Sie bereit sind zu investieren, also wie viel Zeit und Geld.

heute.de:
Und wenn ich feststelle, dass mir nicht nur eine Kompetenz fehlt, sondern von allem ein bisschen? Englisch, BWL, Kenntnisse in Mitarbeiterführung ...
Frank: Alles was Sie brauchen, um Ihr Ziel zu erreichen, sollten Sie auch machen. Wenn Ihnen von allem etwas fehlt, dann suchen Sie auf dem Weiterbildungsmarkt, was für Sie in Frage kommt.
 
heute.de: Sollte ich meine Vorgesetzten in meine Überlegungen mit einbeziehen?
 
Frank: Informieren Sie sich erst einmal, welche Möglichkeiten zur Weiterbildung das Unternehmen anbietet, bevor Sie das Gespräch suchen. Fragen Sie zum Beispiel beim Betriebsrat nach. Informieren Sie sich, welche Ziele Ihr Unternehmen hat. Sie müssen Ihre Pläne schließlich Ihrem Arbeitgeber verkaufen.

heute.de:
Wie mache ich das am besten?
 
Frank: Sie sollten nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. In den meisten Unternehmen gibt es Mitarbeitergespräche. Hier gilt: Fragen statt fordern. Sprechen Sie an, dass Sie sich für eine Weiterbildung interessieren und fragen Sie nach, welche Möglichkeiten es von Unternehmensseite gibt, Sie zu unterstützen.
 
heute.de: Arbeitsrechtlich hat man keinen Anspruch auf Weiterbildung. Was macht man, wenn der Chef einem signalisiert, dass es eher schwierig ist im Moment?
 
Frank: Wenn ein Arbeitnehmer sich in die Idee der Weiterbildung verbissen hat, kann er das nicht einfach beiseite schieben ohne den Spaß an der Arbeit zu verlieren. In der Regel wissen Chefs das auch. In Zeiten des Fachkräftemangels gibt es zudem die Tendenz von Unternehmen, gute Mitarbeiter zu halten.
 
Suchen Sie noch mal das Gespräch und signalisieren Sie, dass die Weiterbildung Ihnen wichtig ist und in welchem zeitlichen Rahmen Sie das gerne umsetzen würden. Machen Sie Vorschläge, wie Sie die Weiterbildung in Ihren Arbeitsalltag einfügen könnten und sprechen Sie auch mit Ihren Kollegen über Ihre Pläne.

heute.de: Und wenn dann immer noch kein grünes Licht kommt?
 
Frank: Da steckt dann auch wieder die Frage drin: Wie viel bin ich bereit zu investieren? Wenn da nichts zurückkommt, obwohl ich klar meine Pläne signalisiert habe, dann kann ich auch sagen: So nicht mit mir, da erwarte ich jetzt ein Entgegenkommen oder ich zieh meine Konsequenzen. So ein Schritt steht aber erst am Ende eines Prozesses und muss vorher gut überlegt sein.
 
heute.de: Es gibt sehr viele Angebote auf dem Weiterbildungsmarkt. Was raten Sie Suchenden?
 
Frank: Seriöse Einrichtungen bieten Informationsabende. Übers Internet gibt es auch die Möglichkeit, sich bei Teilnehmern oder Ehemaligen zu erkundigen, ob wirklich drin ist was drauf steht.
...
Geschickte Urlaubsplanung: Die bundesweiten Brückentage im Überblick - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/tid-24288/brueckentage-die-bundesweiten-brueckentage-im-ueberblick_aid_687784.html
Quelle: heute.de

Und wenn ihr jetzt Lust auf Weiterbildung habt, schaut doch einfach mal bei mir im Portal vorbei!

Viele Grüße, Eure