Montag, 5. September 2011

Bildung kann man sich nicht sparen!

Warum wird eigentlich immer an den falschen Stellen gespart? Dass zum Beispiel immer weniger berufliche Weiterbildung von den Arbeitsagenturen finanziert wird, ist für die deutsche Wirtschaft auf lange Sicht schädlich. Solches Sparen produziert doch am Ende nur mehr Probleme, als es löst.

Quelle: ale_paiva@sxc.hu

[...] Durch den Mangel an Fachkräften gehen der deutschen Wirtschaft schon jetzt jährlich rund 29 Milliarden Euro verloren, schreibt der Spiegel (März 2009). Quer durch alle Branchen ist dieser Mangel zu beobachten. 50.000 Ingenieure könnten zusätzlich beschäftigt werden, wenn sie denn ausgebildet wären. In allen Metallberufen fehlen Meister und Gesellen, am Bau suchen die Firmen händeringend nach Fachkräften, für die Pflege älterer Menschen gibt es zehntausende Stellen aber weit und breit kein Personal, im boomenden IT-Bereich ist es nicht besser und der ist nur die Spitze des Eisbergs.[...]

Gleichwohl: Die Ausgaben der BA für den Aus- und Fortbildungstitel sind in diesem Jahr dramatisch gesunken. Die Ausgabe von Bildungsgutscheinen an fortbildungswillige Arbeitslose ist auf einem historischen Tiefstand. Für die betroffenen Menschen ist der Kampf um einen solchen Gutschein zur Lotterie geworden, seit es keinen Rechtsanspruch mehr für Maßnahmen zur beruflichen Fortbildung gibt. Die Mitarbeiter in den Jobzentren legen im vorauseilenden Sparwillen ihren Ermessensspielraum immer restriktiver aus. Im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit 2011 wurde der Eingliederungstitel um fast 900 Millionen Euro auf 3,4 Milliarden Euro gekürzt. Damit stehen für Eingliederungsmittel in den Arbeitsagenturen 20 Prozent weniger zur Verfügung. Das Einsparergebnis liegt in diesem Jahr aber voraussichtlich bei 40 Prozent (Quelle: ver.di Hamburg). [...]

Vor allem bildungsbereite und bildungsfähige Frauen fallen durch dieses Raster, und Jugendliche ohne Schul- oder Berufsabschluss verlieren auch ihre letzte Chance auf eine berufliche und soziale Integration. Wohin es führt, wenn einer ganzen Generation durch staatliche Untätigkeit die berufliche Zukunftsaussicht verbaut wird, ist gegenwärtig auf den von jungen Arbeitslosen belagerten öffentlichen Plätzen in vielen Städten Europas zu beobachten. [...]

Weil so wenig Bildungsgutscheine wie nie ausgegeben werden, kommen selbst geplante, zertifizierte und von den Jobcentern gewünschte Fortbildungen oft nicht zustande. Bildungsträgern gelingt es mitunter nur zufällig, für anspruchsvollere Maßnahmen die wirtschaftlich notwendige Mindestzahl an Teilnehmern zu bündeln.[...]

Fazit: Wer den Fachkräftemangel als Problem erkennt, darf die berufliche Bildung nicht beschneiden. Und wenn die Forderung nach der »Bildungsrepublik Deutschland« nicht eine leere Floskel bleiben soll, brauchen wir endlich eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik!

Quelle: bildungsspiegel.de

Bildung ist heute das wichtigste Gut überhaupt geworden. Ich finde, das dürfen wir uns auf keinen Fall sparen! Was meint Ihr?

Viele Grüße,
Eure